free amp templates

Die Lokal-Zeitung für Kleinbasel, Riehen und Bettingen

Save the Basel Tattoo-Event in der
St. Jakobshalle

Vom 20. bis und mit 28. November 2020 sollen 11 Indoor-Shows mit je 6000 Zuschauer und Zuschauerinnen durchgeführt werden. Die Kleinbasler Zeitung hat mit Erik Julliard, Produzent und Gründer des Basel Tattoo, über die Hintergründe und die Motivation zu diesem Top-Event gesprochen.

Von Werner Blatter

Kleinbasler-Zeitung: Sie haben angekündigt, mit dem Event «Save the Basel Tattoo» eine Rettungsaktion für das Basel Tattoo durchzuführen. Warum braucht es das?
Erik Julliard: Ganz einfach, wir haben für das Basel Tattoo in der Kaserne diesen Sommer bereits 30‘000 Tickets verkauft. Mit diesen Einnahmen haben wir Fixkosten wie Löhne, Mieten aber auch Ausgaben für die Show gedeckt. Das heisst, wir können nicht einfach das gesamte Geld für die 30‘000 Tickets zurückzahlen. Der Anlass wäre für die Zukunft existenziell bedroht.

KBZ: Aber der Zuschauer hat doch das Recht, sein Geld zurückzubekommen.
EJ: Grundsätzlich ja. Die oberste Gesetzgebung der Schweiz sagt ganz klar, dass man für eine Leistung, die nicht bezogen wird, das Geld zurückbekommt. Das ist hier bei uns aber gar nicht möglich. Wie gesagt, haben wir bereits viele Ausgaben getätigt, um das Basel Tattoo durchführen zu können. Zudem erwähnen wir in unseren Allgemeinen Geschäftsbedingungen und sogar auf dem Ticket selbst, dass eine Rückerstattung des Ticketpreises nicht möglich ist. Das haben wir damals so eingeführt, weil wir wussten, dass wir mit dem Basel Tattoo, einem Festival quasi, in den Vormonaten des Events jeweils so hohe Kosten haben, dass wir im Notfall das Ticketgeld gar nicht 1:1 zurückgeben können.

KBZ: Werden Sie jetzt nicht viele Kunden verärgern?
EJ: Wir hoffen dies natürlich nicht. Und darum haben wir ein Alternativangebot gemacht. Denn das Gegenteil ist unsere Idee. Wir möchten mit dem «Save the Basel Tattoo» in der St. Jakobshalle wieder etwas Einmaliges auf die Beine stellen und vielen Leuten eine Freude bereiten. Zudem möchte ich eine positive Botschaft vermitteln und den Menschen in dieser schwierigen Zeit Hoffnung schenken. Es muss doch eine Zeit nach dem Corona Virus geben.

KBZ: Zurück zum Ablauf. Wie funktioniert das jetzt genau mit den Tickets?
EJ: Wir haben alle 30‘000 Tickets bereits auf die Veranstaltung im November umgebucht, das heisst, wer z.B. für die Premiere ein Ticket gekauft hat, hat neu Tickets für die Premiere des «Save the Basel Tattoo» in der St. Jakobshalle. Man muss also nichts unternehmen. Die Kunden werden von uns im Detail informiert. Selbstverständlich können diejenigen, die innerhalb der Veranstaltungsdauer auf einem anderen Tag umbuchen möchten oder sogar Tickets dazukaufen wollen, dies bei uns tun. Wir hoffen gleichzeitig auch, dass wir noch viele weitere Tickets verkaufen werden.

KBZ: Aber in dieser unsicheren Zeit möchte doch niemand Tickets kaufen. Und was machen Sie, wenn das Veranstaltungsverbot noch nicht aufgehoben ist?
EJ: Zuerst einmal ist klar, dass das «Save the Basel Tattoo» nur durchgeführt wird, wenn es die Corona-Situation zulässt. Selbstverständlich werden wir die dann gültigen Sicherheitsbestimmungen einhalten. Wir möchten aber mit Mut und Zuversicht voran gehen und hoffen natürlich, dass sich die Lage rund um die Corona-Krise in den nächsten Wochen beruhigt und die Zuschauer wieder Lust haben, ein richtiges Tattoo zu erleben.

KBZ: Was meinem Sie mit einem richtigen Tattoo?
EJ: Ich meine damit, dass wir, auch wenn wir indoor spielen werden, die Show auf dem gleichen Niveau planen wie im Hof der Kaserne. Das heisst, es werden etwa gleich viele Mitwirkende dabei sein. Unsere Kunden dürfen wieder die besten Militärmusiker, die Pipes and Drums aus der ganzen Welt, Tanzformationen, den emotionalen Scottish Act, ein grosses Finale, den Lone Piper und vor allem diese unbeschreibliche Gänsehaut-Atmosphäre erwarten. Das detaillierte Programm kann ich im September bekannt geben.

KBZ: Können Sie das indoor in der St. Jakobshalle so überhaupt gewährleisten?
EJ: Ja das können wir, nicht zuletzt aufgrund unserer gemachten Erfahrungen in der Umsetzung anderer Veranstaltungen, wie z.B. dem Christmas Tattoo.

KBZ: Eigentlich ist Ihre Idee etwas verrückt, in der Zeit wo alle Veranstaltungen abgesagt werden, kündigen Sie eine neue Veranstaltung an und erst noch mit vielen tausend Zuschauern.
EJ: Genau, es mag etwas verrückt klingen, aber wir sind bekannt für unsere Machermentalität und unsere Kreativität. Wir könnten auch nichts tun, doch das würde nicht unserem Geist und unserer Einstellung entsprechen. Wie gesagt, es gibt eine Zeit nach Corona. Wir haben jetzt 11 Shows geplant mit je 6000 Zuschauern und freuen uns wahnsinnig, wenn Ende Jahr so viele Leute wieder Freude am Leben haben. Die letzten 15 Jahre haben wir für die Stadt Basel und die ganze Region ein grosses Tattoo aufgebaut, bei dem so viele Menschen involviert waren. Mitarbeiter, OK, Helfer, Gönner, Sponsoren, Basel Tattoo Club-Mitglieder und tausende von Zuschauer geben diesem Anlass ein Gesicht. Es kann doch nicht sein, dass diesen vielen tausenden von Menschen das Basel Tattoo in diesem Jahr einfach genommen wird. Mit dem «Save the Basel Tattoo» in der St. Jakobshalle möchten wir nicht nur versuchen, die Zukunft unseres Anlasses zu retten, sondern wie es sich für uns eben gehört, auch vielen Leuten eine Freude machen. Ich freue mich auf jeden Fall enorm, wenn die Massed ­Pipes and Drums durch das grosse Tor des Schlosses auf das Feld in der St. Jakobshalle marschieren und Songs wie Highland ­Cathedral oder Amazing ­Grace spielen. Es wird sensationell. Versprochen!

AKTUELLE AUSGABE

Die aktuelle Ausgabe zum Download oder online lesen

AUSGABEN ARCHIV

Hier finden Sie alle bisher erschienenen Ausgaben als PDF 

TARIFE / ERSCHEINUNG

Unsere Mediadaten zum Download als PDF

VERLAG / ABOSERVICE

Impressum
Haftungsausschluss

© Copyright 2019 Kleinbasler Zeitung - All Rights Reserved