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Wie weiter im «Schwarzen Bären»?

16. August 2019. In der Rheingasse wüten über die ganze Stadt sichtbar meterhohe Flammen. Der Schwarze Bären brennt. Das Inferno zerstört einen grossen Teil der Liegenschaft und beschädigt umliegende. Am 9. September begannen dann die Abrissarbeiten. In der Folge wurde das Gebäude von der gemeinnützigen Stiftung Edith Maryon übernommen. 

Bis noch vor wenigen Wochen wurde im Gebäude gearbeitet; jetzt steht die Baustelle still. Baustopp wegen Corona? «Nein», sagt Projektleiterin Klara Kläusler, von der Stiftung Edith Maryon. «Bisher war die Gebäudeversicherung am Werk. Sie hat das Notdach gebaut und die notwendigen Räumungen und Sicherungen organisiert. Nun liegt der Ball bei uns». Bei Bauarbeiten in solch alten Häusern – die «Trinkstube Schwarzen Bären» ist auf 1610 datiert – ist immer die Denkmalpflege involviert. Und diese hat spannende Entdeckungen im Gebäude gemacht. So sind mittelalterliche Mauerzüge aus der Frühzeit des Kleinbasels zu Tage getragen worden, die voraussichtlich aus der Zeit des Stadtrats Hiltmar von Laufenburg, um 1298, stammen. Aus dem 17. Jahrhundert entdeckte man eine bemalte Decke im 2. Obergeschoss des Hauses. Eine ältere Zeichnung mit einem exotischen Papageien-Motiv fand man im Hinterhaus.

Viele Möglichkeiten
Jetzt, wo die Sicherungsarbeiten erledigt sind, kann die Stiftung mit der Nutzplanung beginnen. Denn erst jetzt ist klar, was beim Bau alles realisierbar ist. Drei Architekturbüros haben Vorschläge ausgearbeitet. Die Ideen zur Nutzung sind vielfältig. In erster Linie will man günstigen Wohnraum anbieten. Einfaches und begleitetes Wohnen für vornehmlich die gleiche Personengruppe, die schon vor dem Brand im Haus lebten. Die Wohneinheiten sollen mit Nasszellen und Küchen ausgestatte sein – was vorher nicht der Fall war. Man sei in Gesprächen mit verschiedenen sozialen Institutionen, um dieses Ziel optimal umsetzen zu können, sagt Kläusler. Familienwohnungen kommen eher nicht in Frage. «Die Rheingasse bietet keine optimale Umgebung für Kinder, auch haben die Wohnungen voraussichtlich keine Balkone», heisst es weiter.
Im Erdgeschoss wird die Grenzwert-Bar nicht mehr zurückkommen, diese ist in der Ochsengasse heimisch geworden. Stattdessen will die Stiftung eine ganztägliche Nutzung, was bei einem reinen Barbetrieb nicht möglich wäre. Tagsüber kann das ein Ort zum Verweilen ohne Konsumzwang sein. Hier kann man Freunde treffen und dabei etwas essen oder einen Kaffee trinken. Das Angebot könnte mit einem kleinen Laden mit Verkauf von weiter verwertbaren Lebensmitteln ergänzt werden. Für die Abendstunden ist ein kleiner Barbetrieb – eventuell sogar mit Live-Musik – vorgesehen. «Wir wollen die Rheingasse unterstützen, das Projekt soll sich nahtlos in die Strasse integrieren», meint Kläusler. Im ersten Stock könnten Büroräume oder Ateliers entstehen. Die Räumlichkeiten sollen von einem «Concierge» oder einer «Hausmutter» betreut werden; dieser Posten soll die Bewohner und das kulturelle Schaffen unterstützen und begleiten.
Sobald die Ideen ausgearbeitet sind, kann das Baugesuch eingereicht werden. Die Stiftung hofft, das Gebäude anfangs bis Mitte 2023 in Betrieb nehmen zu können. «Das erfordert sorgfältige Planung», sagt Klara Kläusler. «In der engen Rheingasse ist es nicht so einfach mit den grossen Baumaschinen, und wir wollen den Betrieb in der Strasse so wenig wie möglich behindern.» 

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