responsive web templates

Willkommen bei der neuen Lokalzeitung für Kleinbasel - unabhängig und eigenständig.

Warteck – Hausbrauerei und «Hektoliter-Jagd»

Die Geschichte der Brauerei Warteck beginnt bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die Firma, welche 1889 eine Aktiengesellschaft wurde, hat in all den Jahren eine stürmische Entwicklung durchgemacht. Wir blicken zurück.

Anno 1856 wurde in einer kleinen Brauerei mit Hauswirtschaft im Kleinbasel das erste Warteck-Bier gebraut. Gründer dieses Unternehmens war Niklaus Manuel Merian Seeber (1828-1872). Die Brauerei stand direkt gegenüber dem 1855 eröffneten, auf dem heutigen Messegelände stehenden alten Badischen Bahnhof. Die Brauerei entwickelte sich wegen ihrer guten Lage und des herrlichen Biers schnell zu einer beliebten Warte-Ecke für Basler. Das «Wart-Eck» war die Ecke, an der die Postkutschen auf die eintreffenden Zugreisenden warteten. Noch bis vor kurzem stand das Restaurant «Zum Alten Warteck» – das Stammhaus der Brauerei Warteck – als Fels in der Brandung an der Kleinbasler Gastromeile. Unterdessen wurde dieser prächtige und traditionsreiche Bau leider abgerissen. Er musste ebenso wie die Restaurants «Wurzengraber» und «Ueli-Stube» einem Hochhaus Platz machen. Doch kehren wir zurück zur Entwicklungsgeschichte dieser Brauerei. 1869 übernahm die Familie Füglistaller mit dem damals 28jährigen Bernhard Füglistaller-Sprenger (1841-1930) die Leitung der Brauerei von der Gründerfamilie Merian.

19 Brauereien in Basel
Zwischen 1860 und 1870 gab es in Basel nicht weniger als 19 Brauereien – es waren allesamt Hausbrauereien, die ursprünglich nur für den Ausschank in der mit der Brauerei unter dem gleichen Dach befindlichen Wirtschaft produzierten. Doch ihre Zahl ging trotz allgemein erhöhter Bierproduktion seither immer mehr zurück. Mit der Zeit stand die ebenfalls als Haus- und Wirtschaftsbrauerei gegründete Warteck mit ihrem für damals beachtlichen Bierausstoss als lokale Brauerei allein da. Die Kellerräumlichkeiten von Warteck am Riehenring erwiesen sich für die aufstrebende Firma bald als zu klein. Bernhard Füglistaller musste sich nach Neuland umsehen. Er fand dieses am Burgweg. Dort liess er 1872/1873 vorerst drei geräumige Lagerkeller tief unter dem Boden graben. Diese bildeten das Kernstück der späteren Brauereiliegenschaft.
Nach der Gründung der Aktiengesellschaft 1889 verfügte die Brauerei Warteck ab 1890 auch über die erste Eismaschine. Erste Eisenbahnwaggons für den Bahntransport des Biers rollten über die Schienen. 1890/1891 wurde das Sud- und Maschinenhaus am Burgweg errichtet. Weitere Innovationen waren ein Projekt mit Gär-, Lager- und Abfüllkellern an der Alemannengasse und ein Bürogebäude mit Stallungen an der Grenzacherstrasse. 1893 kam das erste Pilsener von Warteck auf den Markt, das heutige «Warteck Pic».

Schritt für Schritt nach vorne
Nach der Jahrhundertwende wurde die Brauerei Warteck zügig und kontinuierlich vergrössert. Unter Oberst Bernhard Füglistaller-Schmid (1870-1941), welcher seinen Vater 1894 in der Leitung des Wartecks abgelöst hatte, folgten ein erster Ausbau des Flaschenbiergeschäfts und die Schaffung einer neuen Eiswerkanlage. Mit der Zeit wurden auch andere Brauereien in der Region der Firma angegliedert – Farnsburg in Gelterkinden, auch Löwenbräu, Cardinal und Thoma in Basel. Ab 1922 startete man Verbindungen mit dem Jura. In einer späteren Phase wurden Bern, Berner Oberland, Mittelland, Zentralschweiz, Westschweiz, Tessin und Zürich erschlossen. 1930/1931 wuchs auf dem Warteck-Areal ein Malz- und Kohlensilo in die Höhe. 1931/1933 kamen das Sudhaus mit seinen kupfernen Braupfannen, der charakteristische Warteckturm und das Verwaltungsgebäude an der Grenzacherstrasse hinzu. Der Warteckturm ist noch heute ein markantes Wahrzeichen im Petit-Bâle.

Warteck und Feldschlösschen
Mit Bernhard W. Füglistaller-Schachenmann übernahm anno 1947 die dritte Generation der Familie die Geschicke dieses Unternehmens. Das Flaschenbiergeschäft wurde weiter angekurbelt. Die Geschäfte florierten trotz starkem Konkurrenzdruck, der als «Hektoliterjagd» in die Geschichte der Schweizerischen Brauereiindustrie eingegangen ist. Nach der von zahlreichen Aktionen begleiteten Hundertjahrfeier von 1956 wurde zwischen 1968 und 1972 auf Kleinbasler Boden ein ganz grosses Werk realisiert. An der Kreuzung der Alemannengasse und des Fischerwegs entstand auf dem Gelände des alten Eiswerks die modernste Flaschenabfüllanlage des Kontinents samt vollautomatisch gesteuertem Durchlauf-Regallager. Das Konzept dafür stammte von Alexander P. Füglistaller-Ganter, dem Urenkel des Gründers, der 1976 als Delegierter des Verwaltungsrats in die Firma einstieg.
Das Jahr 1989 markiert einen wichtigen Wendepunkt in der Warteck-Geschichte. Damals wurde das Warteck-Bier der Feldschlösschen Getränke AG einverleibt. Erfreulicherweise blieb die Basler Traditionsmarke Warteck weiter bestehen. Im Jahre 2006 lancierte man zum 150-Jahr-Jubiläum ein Jubiläumsbier namens «Warteck 1856». Von findigen Köpfen wurden bis heute unter dem Gütesiegel Warteck verschiedene ausgezeichnete Spezialitätenbiere entwickelt. Das Warteck Lagerbier, ein charaktervolles, kräftiges und gut mundendes Bier, ist im gleichen Zug zu einem veritablen Basler Klassiker avanciert.
Lukas Müller


www.warteck.ch 

AKTUELLE AUSGABE

Die aktuelle Ausgabe zum Download oder online lesen

AUSGABEN ARCHIV

Hier finden Sie alle bisher erschienenen Ausgaben als PDF 

TARIFE / ERSCHEINUNG

Unsere Mediadaten zum Download als PDF

VERLAG / ABOSERVICE

Impressum
Haftungsausschluss

© Copyright 2019 Kleinbasler Zeitung - All Rights Reserved